Bauausschuss
lehnt Bürgersteig vor dem Gewerbegebiet Niederheid
ab - Mangelnde Kreativität der Verwaltung
19.06.2005:
In seiner Sitzung vom 15.06.2005 hat der Bauausschuss über
einen weiteren Antrag der BÜRGERLISTE beraten, wonach
in der Von-Humboldt-Straße im Gewerbegebiet Niederheid
zwischen der Einmündung der Einsteinstraße und
der nach Gillrath führenden Püttstraße ein
Bürgersteig bzw. Radweg angelegt werden sollte.
Die BÜRGERLISTE begründete ihren Antrag damit,
dass sie an dieser Stelle eine akute Gefährdung der
Fußgänger und Radfahrer sieht, welche die Püttstraße
als Verbindung zwischen dem Gewerbegebiet Niederheid und
Gillrath nutzen.
Auf dem beantragten Straßenstück müssen
Fußgänger und Radfahrer die Auffahrt zur B221
als Geh- bzw. Radweg nutzen. Dieses durch eine Kurve sehr
unübersichtliche Straßenstück wird jedoch
häufig durch KFZ mit überhöhter Geschwindigkeit
befahren. Auf der Straße befindliche Fußgänger
und Radfahrer haben nur wenig Möglichkeiten, diesen
KFZ auszuweichen. Besonders im Dunkeln oder bei schwierigen
Straßenverhältnissen kann es daher leicht zu
Unfällen kommen.
62 Fahrradfahrer in drei Stunden
Verkehrszählungen durch die Verwaltung am 01.06.2005
und 02.06.2005 hatten ergeben, dass dieser Verbindungsweg
tatsächlich von den genannten Verkehrteilnehmern, vornehmlich
Fahrradfahrern, genutzt wird. So haben zum Beispiel am 01.06.2005
zwischen 14:00 und 17:00 Uhr immerhin 62 Fahrradfahrer die
besagte Stelle befahren.
Nichts desto trotz hat die Verwaltung dem Bauausschuss vorgeschlagen,
den Antrag abzulehnen, da sie "aufgrund des geringen
Verkehrsaufkommens an Radfahrern und Fußgängern
keine Notwendigkeit zur Umsetzung der Maßnahme"
sehe. Dieser Argumentation schlossen sich die im Bauausschuss
vertretenen Fraktionen der CDU, FDP, SPD und Grünen
leider an.
Sehr verwunderlich ist, dass die Verwaltung in der Sitzung
trotz ihrer ablehnenden Haltung mündlich dann doch
eingestehen musste, dass sie an der besagten Stelle eine
Gefährdung von querenden Radfahrern sehe und "man
sich da mal Gedanken drüber machen sollte, wie man
diese Gefahr entschärfen kann."
Mangelnde Kreativität
Sicherlich haben bei der Ablehnung der Maßnahme auch
die von der Stadt Geilenkirchen ermittelten Kosten in Höhe
von 45.000,- € bis 50.000,- € eine Rolle gespielt.
Auch die BÜRGERLISTE ist der Meinung, dass diese hohen
Kosten zum Denken anregen müssen, jedoch zeigt die
Kostenberechnung auch mangelnde Kreativität der Verwaltung
in Zeiten knapper Mittel. Die berechneten Kosten entstehen
nur dann, wenn an der besagten Stelle ein Bürgersteig/Radweg
mit sogenanntem Hochbord (d.h. der Bürgersteig liegt
durch Bordstein getrennt auf einem höheren Niveau als
die Straße) angelegt würde. Da Regenwasser dann
nicht mehr wie bisher im Grünstreifen neben der Straße
versickern könnte, wäre eine kostenintensive Entwässerung
des Straßenabschnitts durch eine entsprechende Kanalisation
notwendig. Das es aber auch kostengünstiger geht, kann
man in unseren Nachbarkommunen sehen: in Übach-Palenberg
ist es beispielsweise möglich, den Bürgersteig
auf gleicher Höhe mit der Straße anzulegen und
durch einige - mit Unterbrechungen gesetzte - Bordsteine
von der Straße zu trennen. Durch die Lücken zwischen
den Bordsteinen kann Regenwasser über den Bürgersteig
in den angrenzenden Grünstreifen fließen und
dort weiterhin versickern. Auf diese Art und Weise könnten
die Kosten nach Proberechnungen der BÜRGERLISTE mehr
als halbiert werden.
Alles in allem ist durch die mangelnde Flexibilität
und Kreativität der Verwaltung und durch die abweisenden
Haltung der anderen Fraktionen, allen voran der CDU-Fraktion,
welche nur mit Verständnislosigkeit reagiert (Franz-Michael
Jansen von der CDU-Fraktion: "Die BÜRGERLISTE
will sich mit solchen Anträgen nur profilieren"),
wieder eine gute Möglichkeit vertan worden, die Verkehrssicherheit
der Geilenkirchener Bürger mit relativ geringen Mitteln
ein klein wenig zu erhöhen.
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