Offene
Ganztagsschule: Ja, aber mit kompetentem Träger
Nach
den Sommerferien 2007 werden voraussichtlich vier Geilenkirchener
Grundschulen den Betrieb als offene Ganztagsschule aufnehmen.
Die letzten politischen Entscheidungen dafür sind nunmehr
in der Ratssitzung am 28.02.2007 getroffen worden.
In dieser Sitzung galt es vom Rat zu beschließen,
wem die Trägerschaft für die Offene Ganztagsschule
zukünftig übertragen werden soll. Eine Entscheidung,
die bedeutende Folgen haben kann, geht es doch um nicht
weniger als die Bildung unserer Kinder und damit um deren
spätere berufliche Zukunft. Kaum einer würde da
wohl widersprechen, wenn man sagt, dass nur dem besten Träger
die Zukunft unserer Kinder anvertraut werden sollte und
dass dieser Träger daher mit besonderer Sorgfalt und
unter Würdigung objektiver Qualitätskriterien
ausgewählt werden sollte.
Kaum einer - außer der CDU-Fraktion. Doch der Reihe
nach!
Rückblick:
Was bisher geschah
Es
begann damit, dass zwei Träger Interesse an der Trägerschaft
bekundet hatten: Die Malteser Werke gGmbH und die AWO. Während
die AWO bereits in anderen Städten die Trägerschaft
offener Ganztagsschulen vorweisen konnte und somit bereits
ein gewisses "Know-How" gesammelt hat, bewarb
sich mit der Malteser Werke gGmbH ein gänzlich neuer
Träger.
Nun ist `neu` ja nicht unbedingt mit `schlecht` gleichzusetzen,
aber die Konzeptpräsentation der Malteser Werke gGmbH
im Ausschuss für Schule, Jugend und Soziales vermittelte
nicht gerade einen kompetenten Eindruck: "Wenn ich
das Wort `Konzept` in dem Zusammenhang höre, muss ich
aufpassen, nicht laut drauflos zu lachen! Was da vorgestellt
wurde, ist kein Konzept, sondern bestenfalls aus dem Lehrbuch
abgeschriebene Allgemeinaussagen. Wichtige Punkte sind völlig
ungeklärt geblieben: Mit welchem Personal wird die
Offene Ganztagsschule betrieben?; wie wird die Verlässlichkeit
in den Ferien sichergestellt?; wie kann man in Gillrath
ohne Turnhalle die Offene Ganztagsschule betreiben?"
stellte Christian Kravanja für die BÜRGERLISTE
fest. "Wir befürworten ausdrücklich die Offene
Ganztagsschule, aber das `Konzept` der Malteser Werke gGmbH
ist einfach zu dünn als dass wir uns dafür mit
gutem Gewissen entscheiden könnten!".
CDU bevorzugt
einen Träger, der ihr ideologisch nahe steht
Durch
die Stimmen der CDU-Fraktion und gegen den Widerstand der
Oppositionsfraktionen wurde der Malteser Werke gGmbH in
der Ratssitzung vom 28.02.2007 dann trotzdem die Trägerschaft
übertragen. Den zweiten Bewerber - die AWO - hatten
Bürgermeister, Verwaltung und CDU-Fraktion gar nicht
mehr zu Wort kommen lassen: "Die Auswahl der Bewerber
ist Geschäft der laufenden Verwaltung und daher der
Verwaltung vorbehalten" hatte Bürgermeister Borghorst
dazu erklärt.
Zu den Gründen, warum die CDU-Fraktion sich schließlich
trotz dünnen Konzeptes für die Malteser entschieden
hatte brachte es CDU-Fraktionschef Wolff schließlich
auf den Punkt: "Wir, die CDU-Fraktion, bevorzugen einen
Träger, der uns ideologisch nahe steht".
So
bekommt die Entscheidung für die Malteser Werke gGmbH
einen ganz faden Beigeschmack: Es wird der Eindruck erweckt,
als habe die CDU den Bewerber nicht nach Qualifikation,
sondern nach politischer Gesinnung ausgewählt und der
SPD-nahen AWO daher frühzeitig keine Chance eingeräumt.
"Familienbande"
Und
noch eine weitere Sache ist bemerkenswert: Der Stadtbeauftragte
der Malteser Werke gGmbH ist Dr. Lakenberg. Von ihm werden
die Geschicke der Malteser auf dem Gebiet der Stadt Geilenkirchen
gelenkt und der Kontakt zur Stadt Geilenkirchen gepflegt.
Seine Malteser hatten von Bürgermeister Borghorst die
Gunst erworben, als einziger Bewerber ihr Konzept vorstellen
zu dürfen. Böse Zungen behaupten: Es ist in solchen
Fällen halt immer hilfreich, Schwiegervater des Bürgermeisters
zu sein! Denn genau das ist Dr. Lakenberg: der Schwiegervater
von Bürgermeister Borghorst. Dies mag bei der Entscheidung
für die Malteser Werke gGmbH möglicherweise zwar
keine Rolle gespielt haben. Aber: unter diesen Gegebenheiten
den zweiten Bewerber (AWO) gar nicht erst zu Wort kommen
zu lassen ist wenig geschickt von Borghorst und verstärkt
die ohnehin schon bestehenden Zweifel an der objektiven
Auswahl des Bewerbers nochmals.
Ausblick
Wenn
zu Beginn des Schuljahres 2007/2008 die Offene Ganztagsschule
in Geilenkirchen mit den Malteser Werke gGmbH als Träger
startet, wird sich zeigen ob die Entscheidung in der Ratssitzung
am 28.02.2007 richtig war. Wir von der BÜRGERLISTE
werden jedenfalls die weitere Entwicklung aufmerksam beobachten
und gegebenenfalls eingreifen, falls uns dies notwendig
erscheint. Bis dahin setzen wir unser Vertrauen in den Willen
der Malteser, einen guten Einsteig in das Geschäft
der Offenen Ganztagsschule zu schaffen und wünschen
ihnen und unseren Kindern dabei ein gutes Gelingen.
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Links zum Thema:
> Artikel
in der Geilenkirchener Zeitung vom 14.02.2007
> Artikel
in der Geilenkirchener Zeitung vom 02.03.2007
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